|
|
|
|
E N D Z E I T - F I C T I O N |
|
|
|
Maddrax - Die Heftserie
Allgemeines zur Serie Vor einigen Monaten habe ich begonnen die Heftserie "Maddrax" zu lesen, die seit etlichen Jahren bei Bastei-Lübbe 14-tägig in deutscher Sprache erscheint. Die Geschichte handelt von dem US Air Force Piloten Matthew Drax, der durch ein unerklärtes Ereignis bei einem Kometeneinschlag 500 Jahre in die Zukunft geworden wird und in einer postapokalyptischen Welt landet und dort viele Abenteuer erlebt. Ausgelöst wird die Katastrophe durch den Einschlag des Kometen "Christopher-Floyd" in Ostasien. Durch diesen Einschlag wird eine neue Eiszeit ausgelöst und die überlebenden Menschen versinken in die Barbarei. Neue Machtblöcke und neue Kulturen entstehen. Fragmente des Kometen die überall auf der Erde niedergingen rufen unerklärliche Mutationen bei Menschen, Fauna und Flora hervor. Maddrax lässt sich eindeutig der Post-Enzeit-Fiction bedingt durch ein extraterristisches Ereignis zuschreiben. In den aufeinander aufbauenden Geschichten werden jedoch diverse Genre bedient. Neben der reinen Endzeit, die in den Geschichten nie zu kurz kommt, werden noch weitere Elemente aufgenommen, die sich in der Fantasy, der Mystik, der Science Fiction und in Horror-Geschichten wiederfinden lassen. Leser werden somit die einzelnen Geschichten unterschiedlich beurteilen. Das Niveau der Heftromane ist sehr seicht, teils trashig und geht selten in irgendwelche geistigen Tiefen. Man liest die Hefte schnell und nebenbei. Sie sind unterhaltsam, spannend, amüsant und haben immer wieder einige Überraschungen parat. Die Autoren der Geschichten lassen sich einiges einfallen und ziehen alle Register um die Handlung abwechslungsreich zu halten. Einen besonderen Reiz machen die Orte der Handlungen aus. Sind doch die meisten Endzeitromane irgendwo in USA angesiedelt, spielen viele Geschichten der Maddrax-Serie in deutschen und europäischen Gefilden. Die Autoren beschreiben postapokalyptische Städte wie Berlin, Rom, Brüssel oder London, nur um einige zu nennen. Der Maddrax-Serie im Allgemeinen gebe ich auf meiner Skala für Endzeitklassifizierung eine Note 75 von 100. Die einzelnen Geschichten die ich in meinem neuen Maddrax-Special separat betrachten und rezensieren möchte, erhalten jeweils eine Einzelwertung. Heft Nr.1 Der Gott aus dem Eis Mit diesem Heftroman nimmt die Serie "Maddrax" ihren Auftakt. Im Jahre 2012 schlägt der Komet "Christopher Floyd" in Höhe des Baikal-Sees auf die Erde und löst eine neue Eiszeit aus. Commander Matthew Drax ist Pilot eines Stratosphärenjägers, der den Aufprall aus großer Flughöhe beobachten soll. Zusammen mit seinem Co-Piloten und vier weiteren Kameraden in zwei anderen Jets, wird er durch ein unerklärliches Phänomen 500 Jahre in die postapokalyptische Zukunft der Erde gerissen. Er stürzt alleine über den Alpen ab. Sein Co-Pilot, der Wissenschaftler Doktor Smyth, steigt mit dem Schleudersitz aus. Matthew Drax selbst gelingt eine Notlandung auf einem verschneiten Plateau. Der Jet erleidet Totalschaden und Drax wird schwer verletzt. Er wird von barbarisch anmutenden Wilden aus der Maschine gerettet und in ein Nomadencamp gebracht. Es vergehen etliche Tage bis Drax wieder ansprechbar ist. Er wird von dem Nomadenstamm für einen Gott gehalten. Der Stamm wird von mutierten Wesen, sogenannten Taratzen bedroht und gejagt. Taratzen sind mutierte halbintelligente Wesen, die halb Menschen und halb Ratten sind. Drax ist sich seiner Situation noch nicht bewusst. Er ist erstaunt über die Klimaverhältnisse (die Sonne ist am Himmel nur eine matte Scheibe) und das Niveau der Nomaden, die er für eine Gruppe Aussteiger in den Hochalpen hält. Nachdem er wieder laufen kann, holt er aus den Trümmern seines Jets sein Notfall-Set, welches eine Schußwaffe, Brandleuchten, Medikamente und viele andere unersetzliche Gegenstände enthält. Er ist erstaunt über die Sprache der Barbaren, die einen Mix aus verschiedenen europäischen Sprachen darstellt und stark gebrochen klingt. Nur mit Mühe kann er sich verständigen. Die Menschen nennen Matthew Drax vereinfacht Maddrax. Eine große Hilfe ist die von den Nomaden adoptierte junge Frau Aruula, die sich erstaunlich schnell mit Maddrax verständigen kann. Maddrax findet heraus, dass Aruula aufgrund von Mutationen die Grundlagen von Telepathie bzw. Empathie beherrscht und sich hierdurch schnell auf fremde Personen einstellen kann. Aruula kann mit den Eindrücken die sie empfängt nur wenig anfangen, merkt aber schnell, dass Maddrax nicht in diese Welt gehört. Mit der Pistole unterstützt Maddrax die Nomaden bei ihrem Kampf gegen die Taratzen und besiegt am Ende des ersten Romans ihren grausamen Häuptling. Zusammen mit den Nomaden zieht Maddrax Richtung Italien über die Alpen weiter. Der Leser wird bei diesem Roman zusammen mit Maddrax innerhalb weniger Augenblicke 500 Jahre in die Zukunft geworfen. Die Geschehnisse ereignen sich derart schnell, dass man zunächst verwirrt ist. Aus der Katastrophen-Situation wird man in die Zukunft gerissen (Zeitreisen-SciFi) und landet ganz schnell in einer postapokalyptischen Horror-Fantasy-Endzeit-Welt. Dem Leser stellen sich unglaublich viele Fragen, doch hiermit geizt der Author und hält den Leser genauso dumm wie seinen Protagonisten Maddrax. Man fiebert schier nach mehr Informationen was eigentlich passiert und aus der Welt geworden ist. Maddrax ahnt zwar, dass irgendwas bei seinem Aufklärungflug völlig schief gegangen ist, aber die Wahrheit kann und will er noch nicht begreifen. Dieses Romanheft ist die Pilotgeschichte der großen Maddrax-Serie und hat somit ein Alleinstellungsmerkmal. Die Festlegung des Katastrophen-Szenarios ist für sämtliche Folgeereignissee unglaublich wichtig, damit die Glaubwürdigkeit der Geschichte erhalten bleibt. Trotzdem schafft es der Author den Leser in hohem Maße im Unklaren zu lassen und spart sich die Spannung für die vielen folgenden Hefte auf. Jeder Leser muss sich bei Maddrax an brutale "Cliffhangar" gewöhnen. Da der erste Roman viele, viele Genre vermischt, kann ich ihm von der Klassifizierung als reine Endzeit-Fiction entsprechend meiner Einstufung nur 70 von 100 Punkten geben. Heft Nr.2 Die Stadt der Verdammten In dem zweiten Teil der Maddrax-Heftserie erreicht Maddrax zusammen mit dem Nomadenstamm Norditalien. Sie verlassen die verschneiten Alpen und erreichen die Ruinen von Bologna. In der Stadt herrscht Krieg zwischen verschiedenen Gruppierungen. Wulfanen, Wolfsmenschen, haben das Sagen, aber auch Vampirmenschen, die auf das Blut anderer Lebewesen angewiesen sind tauchen erstmals auf. Siragippen, Riesenspinnen, streifen auf der Suche nach Beute durch die Ruinen. Unter der Erdobefläche leben riesige Ungeheuer, die plötzlich aus dem Boden brechen und unachtsame Menschen verschlingen. Der verstoßene Medizinmann des Stammes versucht ebenfalls gegen die Helden zu agieren. Maddrax und Sorbans Nomadenstamm geraten mitten zwischen die Fronten und müssen sich ihrer Haut erwehren. Am Ende der Geschichte kommt es zum Showdown auf dem ehemaligen Flughafengelände von Bologna. Maddrax und die wenigen Überlebenden von Sorbans Nomadenstamm gehen als Sieger aus der Schlacht hervor. Maddrax verlässt nach dieser Geschichte den Nomadenstamm um in Richtung Rom weiter zu ziehen. Dort vermutet er ein oder zwei seiner Kameraden, die in einem der anderen Jets abgestürzt sind. Die Nomaden fürchten sich vor den Großstädten und wollen andere Wege gehen. Aruula beschließt sich Maddrax anzuschließen und beide ziehen gemeinsam Richtung Rom weiter. Im zweiten Teil der Serie wird sich Maddrax nach und nach seiner Situation bewusst. Zunächst glaubt er noch, dass er durch den Kometen in die Vergangenheit geschleudert wurde. Den Nomadenstamm hält er für Steinzeitmenschen. Als er jedoch immer mehr Artefakte findet, z.B. eine in Glas eingeschweisste Swatch-Uhr, die exakt zum Einschlag des Kometen stehen geblieben ist, wird er skeptischer. Als er dann mit den Nomaden einen langen geraden Weg durch die Landschaft läuft und er mehr und mehr zugewachsene Autowracks findet, nennen ihm die Nomaden den Namen des Weges: Otowajii. Der Name setzt sich aus Auto und Weg zusammen. Langsam dämmert Maddrax die Wahrheit. Doch fragt er sich zurecht, wie es zu derart starken Veränderungen in der Umwelt kommen kann. Zwar kann er sich den Verfall der Kultur in der postapokalyptischen Welt vorstellen. Auch die Klimaveränderungen und geologische Verwerfungen durch die Kometenkollision erscheinen plausibel. Die massiven Mutationen von Fauna und Flora und auch das Auftauchen neues intelligenter Rassen, sowie die massive Verdummung der normalen Menschen werfen Fragen und Zweifel auf. Als Leser bekommt man den Eindruck, dass mehr hinter der Katastrophe stecken muss, doch noch weigert sich der Author weitere Informationen zu geben. Eine wunderbare Endzeit-Einlage ist das alte Militärlager, in dem Maddrax einen alten konservierten Hummer-Jeep wieder flott macht und eine Schnellfeuerwaffe findet, die gut erhalten in einer großen Ölwanne liegt. Mit diesen Relikten der alten Zeit kann er das Blatt im Kampf gegen die Herrscher von Bologna wenden und sein Status als Gott wider Willen wird weiter gefestigt. Lediglich die telepathisch begabte Aruula erkennt die Wahrheit, behält sie aber für sich, da sie für Maddrax inzwischen mehr als nur Zuneigung empfindet. Wieder einmal treffen viele Genre aufeinander. Auch wenn viele Hinweise auf die Katastrophe genannt werden und die Jeep und Sturmgewehr-Einlage im Militärlager den Endzeit-Charakter der Story untermauern sollen, kann ich der Folge "Stadt der Verdammten" nur 75 von 100 Punkten auf meiner Endzeit-Klassifizierung-Skala geben. Heft Nr.3 Rom sehen und sterben Im dritten Teil der Maddrax-Serie erreichen Maddrax und Aruula die ewige Stadt Rom. Auf den Resten der Autobahn die zur Stadt führt findet Maddrax eine lange Schneise, die durch die Notlandung des zweiten Jets gerissen wurde. An Bord befanden sich Irvin Chester und Hank Williams. Sowohl vom Jet als auch von seinen Kameraden fehlt jedoch jede Spur. Offenbar wurde der Jet in Richtung Stadt geschleppt. Weitere Trümmerteile weisen Maddrax und Aruula den Weg. In Rom angekommen muss Maddrax feststellen, dass die Gladiatorenspiele des alten Roms in einer neuen viel grausameren Weise neu aufgelegt wurden. Die Machthaber Roms veranstalten lukrative Wettgeschäfte, in dem sie Freiwillige und Sklaven in den Ruinen des alten Kolosseums gegeneinander bis zum Tode kämpfen lassen. In dem Theater wurde das Wrack des Jets als Trophäe aufgestellt. Maddrax gerät in die Fänge dieser Machthaber und wird selbst zum Kampf in der Arena gezwungen. In den Katakomben trifft er den Favoriten der Wettkämpfe, einen schrecklich veränderten Irvin Chester, der nur noch ein hirnloses mordendes Muskelpaket ist. Maddrax gelingt es verbal zu ihm durchzudringen und erfährt, dass Chesters Muskelwachstum mittels diverser Pflanzenextrakte aus den Gärten des Vatikans massiv stimuliert wurde, zu Lasten seiner Intelligenz. Maddrax kriegt nicht all zu viele Informationen aus ihm heraus, erfährt jedoch, dass Hank Williams Richtung Norden geflüchtet ist. In der Arena werden beide zum Kampf gegeneinander gezwungen. Maddrax besiegt schließlich Chester und dieser stirbt in seinen Armen. Ein weiterer Charakter namens Moss löst in Rom einen Aufstand gegen die Machthaber aus. In den Wirren dieser Revolte können Maddrax und Aruula aus der Stadt Richtung Norden fliehen. Rom stellt sicherlich einen interessanten Handlungsort für eine Endzeit-Geschichte dar, doch verläuft die Handlung eher in die Richtung eines Fantasy-Romans. Die Gladiatorenkämpfe in der Arena sind spannend geschrieben, doch kann mich dieser Maddrax-Teil nicht sonderlich begeistern. Einzig und allein das Zusammentreffen mit Irvin Chester treibt die Story voran und weist Maddrax die Richtung in die Hank Williams gezoge ist. Auf meiner Endzeit-Klassifizierungs-Skala gebe ich dem Teil "Rom sehen und sterben" nur 45 von 100 Punkten. Heft Nr.4 Die Ausgestoßenen Im vierten Teil der Maddrax-Serie trifft Matthew Drax zum ersten Mal auf eines der Kometenfragmente, die sich über die gesamte Erde verteilt haben. Die ungewöhnliche Strahlung die von dem Fragment ausgeht, bewirkt bei den direkt Betroffenen eine Mutation. Sie erlangen paranormale Fähigkeiten wie Telepathie, Telekinese und Hypnose. Ein Eingeborenenstamm bezieht durch diese Strahlung seine Macht und beherrscht die umliegenden Stämme. Die durch sie Beeinflussten wiederum degenerieren zurück auf Steinzeitniveau. Sie werden Affenmenschen, die mit ihren aller Gewalt versuchen die positiv Mutierten zu besiegen. Maddrax gerät zwischen die Fronten, wird beeinflusst und degeneriert innerhalb kürzester Zeit zum Neandertaler. Aruula widersetzt sich. Sie stellt fest, dass der Degenerationsprozess umkehrbar ist und schafft es, den Konflikt, der auf einen brutalen Showdown hinausläuft in letzter Sekunde zu stoppen. Maddrax und auch die Affenmenschen werden wieder zurückverwandelt. Danach zieht er mit Aruula weiter. Bei dieser Folge wird die Auswirkung der Kometenfragmente beschrieben, doch wirkt die gesamte Handlung ein wenig übertrieben. Die derart schnelle Mutation von Maddrax klingt unglaubwürdig. Auch die problemlose Heilung erscheint doch eher unwahrscheinlich. Der Kampf auf dem Schrottplatz inmitten der Autorwacks lässt zwar ein paar Mad Max Gefühle aufkommen, doch letztlich ist es eine Folge, die dem Charakter von Aruula und ihren Gefühlen für Maddrax am ehesten zugute kommt. Auf meiner Endzeit-Klassifizierungs-Skala kann ich gerade mal 45 von 100 Punkten geben. Heft Nr.5 Festung des Blutes Teil 5 der Heftserie Maddrax bringt die Helden in das postapokalyptische Mailand. Die Stadt wird von den Nosfera beherrscht, mutierte menschliche Vampire, die eine Schreckensherrschaft errichtet haben. Nachdem die Nosfera im Serienteil 2 "Stadt der Verdammten" nur eine kleine Opferrolle haben, werden sie in dieser Folge detailierter beschrieben. Ihre Mutation stammt offenbar auch von der Strahlung der Kometenfragmente. Ihr Blut kann nicht mehr eigenständig rote Blutkörperchen aufbauen, so dass sie auf das Blut anderer Lebewesen angewiesen sind. Wir treffen nun auch endlich wieder auf einen Kameraden von Matthew Drax, dem extrovertierten und rücksichtslosen Dr. Smythe, der als wissenschaftlicher Berater an Bord von Maddrax Stratosphärenjägers war. Nachdem er sich per Schleudersitz aus dem Jet gerettet hatte, geriet er in die Gefangenschaft der Vampire und schaffte es ihr Anführer zu werden. Gleichzeitig verlor er bei den Mailänder Vampiren auch seinen Verstand und er ist Maddrax gegenüber alles andere als positiv eingestellt. Die normalen Menschen in und um Mailand begehren gegen die Vampire auf und zusammen mit Maddrax schaffen sie es letztendlich sie zu besiegen. Dr. Smythe stürzt sich am Ende der Folge in eine Grube in der ein mutiertes Monster lauert. Sein endgültiges Schicksal bleibt unklar. Diese Folge mutet eher wie ein Horror-Roman an. Die Rasse der Nosfera wird dem Leser bekannt gemacht und könnte auch in späteren Folgen noch mehr an Bedeutung erlangen. Dem unsympathischen Dr. Smythe gönnte man bereits im ersten Teil der Serie alles Schlechte der Welt, aber spätestens in diesem Heft verliert er alles Menschliche. Ansonsten ist der Roman jedoch nur eine weitere Etappe auf Maddrax Weg und Suche nach seinem Kameraden Hank Williams und weiteren Antworten auf seine Fragen. Auf der Klassifizierungs-Skala für Endzeit-Fiction gebe ich dem Serienteil "Festung des Blutes" 50 von 100 Punkten. Nachtrag zu den Nosfera Mit den Nosfera greift der Author die alte Idee der Nachtmenschen auf, die man immer wieder in vergleichbarer Literatur findet. Spontan fallen mir hierzu die Night People aus Johnstones Ashes-Saga ein, sowie die Gegner von Charlton Heston in "Der Omega-Man" aus den 70ern. Sind es bei dem einen Authoren klassische Vampire, bei dem anderen durch eine Krankheit entartete Menschen und bei dem anderen eine mystische Untergrundbewegung, haben sie doch allesamt gemein, dass sie alles Böse auf der Welt in sich verkörpern. Der Mangel oder die Unfähigkeit eigenes neues Blut zu produzieren zwingt sie das Blut anderer Lebewesen zu trinken. Zum Teil entarten sie sogar zu einer eigenen Kultur, deren erklärtes Ziel die Vernichtung aller normalen Menschen ist. Oft werden sie auch als Kannibalen und Leichenfresser beschrieben. Woher die ursprüngliche Idee der Nachtmenschen stammt ist mir (noch) nicht bekannt, aber es scheint eine beliebte Subkultur innerhalb der großen Vielfalt von Schreckensgestalten zu sein, die die Genre Horror, Fantasy oder Endzeit bereichern. Weitere Infos folgen........ Heft Nr.6 In der Weissen Hölle In diesem Heftroman müssen Maddrax und Aruula noch einmal die Alpen durchqueren um nach Mitteleuropa zu gelangen. Auf dem Weg durch die Eiswüste werden sie von einem vermeintlichen Ungeheuer angegriffen und gelangen in das Dorf der Narka, einem friedlichen Volksstamm. Die Narka werden von einer Armee bedroht. Deren Anführer will das Dorf der Narka einnehmen, um an die dort befindlichen Quellen zu gelangen, die große Heilkräfte haben sollen. Maddrax hält dies zunächst für ein Gerücht, doch als Aruula schwer verletzt wird, bieten die Narka ihr Heilung an. Als Maddrax sie in die Quellen legt, heilen ihre schweren Wunden innerhalb kürzester Zeit. Er erkennt welchen unglaublichen Wert diese Quelle für die Besitzer hat und entschließt sich, den Narka gegen die Invasoren zu helfen. Mit Sprengstoff löst er eine Schneelawine aus, die den Großteil der anstürmenden Armee unter sich begräbt und vernichtet. Maddrax stellt fest, dass wieder ein Kometenfragment für die Heilkräfte der Quelle verantwortlich ist. Dieses ist beim Einschlag des Kometen in die Quelle gestürzt und verleiht dem Wasser seine heilende Wirkung. Er erhält von den Narka eine Phiole mit dem Quellwasser, damit er sich in einer Notsituation heilen kann. Erstmals zeigt ein Kometenfragment eine positive Wirkung auf die betroffenen Menschen. Dies steht im Widerspruch zu allen bisherigen Erfahrungen, die der Leser im Zusammenhang mit den Gesteinsbrocken gemacht hat, die offenbar überall auf der Erde zu finden sind. Ob sich hieraus für spätere Romane ganz neue Aspekte ergeben, bleibt dem Leser zu diesem Zeitpunkt verschlossen. Bezogen auf das Endzeit-Genre ist die Beschreibung der Invasionsarmee recht interessant zu lesen, da sie mit mittelalterlicher Ausrüstung daher kommen und kaum über moderne Waffen verfügen. Es wird mit Schwertern, Knüppeln und Pfeil und Bogen gekämpft. Die stärksten Waffen sind Eftranten (mutierte Kampfelefanten) und Katapulte, mit denen Geschosse abgefeuert werden können. Letztlich bleibt der Heftroman jedoch eine Mischung aus Fantasy und Science-Fiction. Die erlebte Endzeit kommt eher weniger zum Tragen, so dass ich der Geschichte eine Endzeit-Klassizierung von nur 40 von 100 Punkten gebe. Heft Nr.7 Das letzte Opfer Maddrax und Aruula erreichen mit einem selbstgebauten Drachensegler den Nordrand der Alpen und gehen an einem großen See in der Schweiz nieder. Sie kommen in Kontakt mit den Fischern die an dem See leben. Um den See herum gibt es offenbar etliche Ansiedlungen. Bereits nach kurzer Zeit bringen sie in Erfahrung, dass bei den Fischern ein Opferkult für ein schreckliches Seeungeheuer gelebt wird. Die Tochter der Dorfältesten soll in diesen Tagen geopfert werden, doch einige Fischer unter anderem der Geliebte der jungen Frau wollen gegen die alte Tradition aufbegehren und Lemarr (so nennen sie das Seeungeheuer) bekämpfen. Als die Aufständischen das Opfer verhindern, wird das halbintelligente Ungeheuer (welches tatsächlich existiert) mangels Nahrung aggressiv und greift die Fischer offensiv an. Durch Zufall kann Maddrax zusammen mit den Aufständischen eine Art Taucherglocke bauen und will Lemarr unter Wasser bekämpfen. Hierbei entdeckt er eine Unterwasserstation aus dem 21. Jahrhundert. Die Anlage ist noch intakt und Maddrax betritt sie mit Aruula. Dort klären sich die Gegebenheiten. Maddrax findet heraus, dass die Forschungsstation ein geheimes Biolabor des schweizer Chemiekonzerns Sandor ist. Dort wurden künstliche Lebewesen gezüchtet und Lemarr war das Resultat dieser Versuche. Das Ungeheuer ist in der Lage sich zu reproduzieren und ist somit relativ unsterblich. Gleichzeitig hat es eine grundlegende Intelligenz entwickelt. Lemarr entdeckt Maddrax und Aruula in der Unterwasserkuppel und greift sie an. Nur mit Mühe und Not können sie aus der Station entkommen. Maddrax schafft es am Ende Lemarr zu töten und die Dorfbewohner feiern ihn wie einen Helden. Nach getaner Arbeit verlassen die Helden den See mit seinen Fischern und ziehen weiter. Zu Beginn mutet dieser Roman ein wenig mystisch an. Nessy aus dem Loch Ness lässt grüßen. Der Opferkult ist interessant beschrieben. Die Korruption und die Machtspiele unter den Kultisten zeigt diese mit ihren nur zu menschlichen Schwächen. Richtig Gefühl von Endzeit kommt auf, als Maddrax zur Unterwasserstation taucht. Erstmals findet er ein noch funktionsfähiges Relikt aus seiner Zeit, ein Bunker unter Wasser. In den alten Aufzeichnungen erhält er Informationen über das Schicksal der Wissenschaftler deren Leichen er in der Station findet. Er findet heraus wodurch Lemarr derart mutierte und Jahrhundert überleben konnte. Das interessante Relikt das die Unterwasserstation darstellt wird jedoch sehr schnell durch das alte Geschöpf vernichtet und am Ende steht Maddrax wieder vor einem Trümmerteil aus seiner Vergangenheit. Unabhängig von der Science Fiction die diese Story beinhaltet, baut der Author ein sehr interessantes Endzeit-Szenario auf, dass durchaus plausibel und nachvollziehbar klingt. Auf meiner Klassifizierung-Skala für endzeit-nahe Geschichten gebe ich dem Heftroman "Das letzte Opfer" 80 von 100 Punkten. Heft Nr.8 Der schlafende König Maddrax und Aruula erreichen in diesem Teil die Überreste der Stadt Zürich. In dieser Gegend liegen zwei Parteien im Streit. Auf der einen Seite stehen die Hüter eines schlafenden Königs und auf der anderen Seite die Nachfahren von Schweizer Bankiers, die sich in der Schweizer Nationalbank verbarrikadiert haben. Parallel zur Handlung wird die Vorgeschichte des extrovertierten schweizer Milliardärs Claude de Brioglie beschrieben, der sich 2012 in Tiefschlaf versetzen ließ. Dieser sollte zunächst nur 100 Jahre schlafen, doch aufgrund der fatalen Umweltbedingungen nur ein Jahrhundert nach dem Kometeneinschlag, verzichteten die Nachfahren seiner Angestellten auf den Auftauprozess. Die Nachfahren der Nationalbankangestellten fordern von dem Milliardär eine Steuernachzahlung samt Zinseszinsen für 500 Jahre ohne zu wissen, worum es bei dieser Forderung geht. Maddrax gerät zwischen diese Fronten und taut versehentlich de Brioglie auf. Obwohl die beiden Zeitgenossen sind, findet Maddrax in ihm keine Hilfe. Der lange Tiefschlaf hat ihn offensichtlich wahnsinnig gemacht und er beginnt einen Entscheidungskrieg gegen die Banker. Diese haben sich mit ihrem Geld jedoch Guul-Söldner (Leichenfresser) aus Frankreich geholt und diese metzeln Brioglies Armee nieder. Am Ende fällt der Milliardär seinen Gegnern zum Opfer. Das riesige Waffenarsenal auf dem Anwesen Brioglies fällt einer verheerenden Explosion zum Opfer, der die Helden nur knapp entgehen können. Bei der ganzen Geschichte erhalten Maddrax und Aruula Hilfe von einem kleptomanischen Zwerg namens Sepp, der am Ende der Geschichte ebenfalls überlebt und sich in Freundschaft von den beiden trennt. Maddrax und Aruula ziehen weiter Richtung Deutschland. Der Heftroman "Der schlafende König" gibt viele Gelegenheiten zum Schmunzeln, da Sepp ein komischer Kauz ist und auch die Nationalbanker (zu Zwergen mutiert) und der völig bekloppte wiedererwachte König-Milliardär viel Anlass zum Lachen geben. Leider bleibt hierbei das Gefühl von Endzeit ein wenig auf der Strecke. Die Geschichte mutet ein wenig parodistisch an, obwohl die Vorgeschichte des in Tiefschlaf versetzten Milliardärs durchaus Potential für eine fabelhafte Endzeit-Story hat. Somit wandelt sich das spannende Szenario in eine erheiternde Story über einen Jahrhunderte alten Konflikt zwischen dem wohlhabenden Schweizer und den konsequenten steuerehrlichen Behörden, die auch noch nach 500 Jahren auf eine Steuerzahlung pochen, deren Wert in der postapokalyptischen Welt nach "Christopher Floyd" mehr als fragwürdig anmutet. Auf meiner Klassifizierungs-Skala für Endzeit verbleiben für den Heftroman "Der schlafende König" 60 von 100 Punkten. Heft Nr.9 Die Schlange im Paradies Maddrax und Aruula erreichen das Gebiet des ehemaligen Bundeslandes Bayern. Sie treffen auf eine pilgernde Menschengruppe die ihnen berichten, dass sie zu der sagenhaften Stadt Ethera ziehen, dem Paradies auf Erden. Aruula ist wie von Sinnen und überredet Maddrax den Menschen zu folgen. Sie erreichen einen riesigen Wall aus Gebäudetrümmern und passieren ihn durch ein großes Tor. Dahinter finden sie die völlig erhaltene Innenstadt von München vor. Die Stadt scheint von der Katastrophe im 21. Jahrhundert unberührt geblieben zu sein. Fließendes Wasser, Strom und Lebensmittel gibt es im Überfluss. Die telepathische begabte Aruula stellt jedoch mehr und mehr Unregelmäßigkeiten in der Situation fest. Sie hat immer wieder Tagträume und Schreckensvisionen. Als sie mit Nachforschungen beginnt wird sie von einigen Mönchen verhaftet und erfolglos einer Gehirnwäsche unterzogen. Maddrax wird ebenfalls in den Bann gezogen wie all die anderen Menschen. Dann werden alle ins ehemalige Olympiastadion gerufen, wo Aruula öffentlich als Ketzerin verbrannt werden soll. Maddrax ist durch eine Art Hypnose handlungsunfähig, doch Aruulas telepathischer Hilfeschrei weckt ihn schließlich aus seiner Lethargie. Er erkennt, dass es sich bei den Mönchen nicht um Menschen, sondern um eine mutierte intelligente Reptilienrasse handelt, die den Menschen mittels Hypnose das Paradis vorgaukelt. Aruula wird von Maddrax befreit und beide finden in den Gewölben des Stadions das gewaltige Muttertier der Reptilien. Maddrax tötet es und die Reptilien, die in voller Abhängigkeit zu diesem Wesen standen, werden zu dummen unbegabten Lebewesen. Die Beeinflussung der Menschen endet und sie stellen fest, dass sie sich in den Trümmern einer alten Stadt aufhalten. München. Die Hypnose hatte ihnen eine intakte Stadt nur vorgegaukelt. Entmutigt kehren sie wieder in die Wildnis zurück und verlassen die Ruinenstadt. Aruula wurde bei dem Kampf gegen die Reptilien tödlich verletzt doch mittels des Heilwassers aus der Phiole der Narka (siehe Maddrax Nr. 6 In der Weißen Hölle) kann Maddrax seine Gefährtin retten. Nach dieser Episode ziehen sie weiter Richtung Berlin, werden jedoch in der nächsten Folge zunächst die Gegend um Leipzig erreichen. Die Geschichte um Ethera bzw. München beinhaltet eine Menge Potential für das Thema Endzeit, doch entartet die Geschichte zu einer Horror-Science-Ficiton-Story über hypnotisch begabte Reptilienwesen, die den Menschen in München ein Paradies vorgaukeln. Letztlich dient die Geschichte zur Festigung der Beziehung zwischen Maddrax und Aruula. Auf meiner Endzeit-Klassifizierungs-Skala gebe ich dem Heftroman "Die Schlange im Paradies" nur 35 von 100 Punkten. Postman |
|