Briefe eines Toten

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Briefe eines Toten


Dieser sowjetische Film ist ein erschreckendes und interessantes Gedankenspiel über die Folgen eines Atomkrieges. Aufgrund eines Computerfehlers vernichten sich die Supermächte in einem globalen nuklearen Schlagabtausch. Ein sowjetischer Wissenschaftler hat sich mit einigen anderen Überlebenden in einen Schutzraum unter ein Museum in einer russischen Großstadt gerettet. In den brennenden Ruinen über ihnen kämpfen die Menschen um blanke Überleben. Die Frau des Hauptdarstellers liegt sterbenskrank im Bunker und er schreibt Briefe an seinen verschwundenen Sohn (Briefe eines Toten), um ihm von den Geschehnissen zu berichten. Das Militär sondert in der ganzen Stadt möglichst gesunde Menschen aus, so auch die Überlebenden des Schutzraumes, um sie einem großen Zentralbunker zuzuweisen. Dort sollen sie die nächsten Jahre überleben bis der größte Teil der primären radioaktiven Strahlung verschwunden ist. Gleichzeitig flüchtet sich eine Gruppe Waisenkinder in den Schutzraum. Da diese ohne Begleitung sind wird ihnen der Zugang zu dem Zentralbunker verwehrt. Nachdem die Frau des Wissenschaftlers verstorben ist, steht er vor der Wahl, die Kinder ihrem Schicksal zu überlassen oder bei ihnen zu bleiben. Er entscheidet sich für letzteres, bekommt aber auch die Strahlenkrankheit. Daraufhin rüstet er die Kinder mit dem Nötigsten aus und schickt sie raus aus der Stadt und weg von dem Kernbereich der Explosion in der Hoffnung woanders Zuflucht zu finden.
Mit dem Auszug der Kinder aus dem Schutzraum und dem Tod des Wissenschaftlers endet der Film mit wenig Hoffnung auf eine Zukunft.


Der gesamte Film wird unterlegt mit dem Inhalt der Briefe, die der Wissenschaftler an seinen Sohn schreibt. Er spricht in diesen Texten verschiedene Themen an. Auf der einen Seite spekuliert er über die Folgen des Krieges, dann wieder nennt er die Ursachen und schiebt den Kriegsgrund einem technischen Fehler zu. Zum Teil philosphiert er und zum anderen Teil spricht er sehr sachliche kritische Themen an.


Neben dem Film "Briefe eines Toten" wurden in den 80er Jahren noch zwei weitere beachtenswerte Filme zum Thema realer Atomkrieg gedreht. Stellt "Briefe eines Toten" die Ereignisse des Krieges aus sowjetischer Seite dar, wird dies bei The Day After aus US-amerikanischer und bei Threads aus britisch-europäischer Sicht geschildert.
"Briefe eines Toten ist ein in schwart-weiss gehaltenes, beklemmendes und anspruchsvolles Gedankenspiel. "The Day After" hingegen wirkt wie eine typische Hollywood-Produktion.
Der für mich am beeindruckendste Film dieser Zeit ist die BBC-Produktion "Threads". Meines Wissens wurde dieser Film nie ins Deutsche synchronisiert und wäre in seiner bestehenden Form (ungekürzt) sicherlich nicht in deutschen Kinos oder im TV gezeigt worden, da er äußerst blutig und brutal ist. Gleichzeitig wirkt er aber auch am besten recherchiert, klärt durch Kommentare und Texteinblendungen viele Dinge zum Thema "Folgen eines Atomkrieges" auf und rafft in knapp 2 Stunden die möglichen Folgen eines Atomkrieges bis zu 14 Jahre nach dem Schlagabtausch in eine vorstellbare Schreckensvision.

Alle drei Filme zusammen genommen stellen für mich die Referenz für filmische Darstellungen von Atomkriegen dar.