Virus - Overkill

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Virus - Overkill

Der Film Virus oder Overkill ist einer der ersten und wenigen Filme der sich mit den Folgen einer biologischen Verseuchung der Erde und der daraus folgenden Auslöschung der Menschheit beschäftigt.
In den 70er Jahren mit einem Staraufgebot produziert, hat der Film jedoch nie die Erfolge und Auszeichnungen eingebracht, die er verdient hätte. Sowjetische Wissenschafter entwickeln einen tödlich Supervirus, der bei einer Geheimoperation entwendet wird. Bei der Flucht der Diebe in einem Motorflugzeug stürzt dieses in den Alpen ab. Einige Wochen später beginnt in Italien eine Grippewelle, die ungewöhnlich aggressiv ist und einer extrem hohe Todesquote aufweist. Rasend schnell wandert die Seuche um den Erdball und schnell stellt man fest, dass die Todesquote bei nahezu 100% liegt.
Einige Hundert US-Amerikaner flüchten sich in die Antarktis in eine große Forschungsstation. Dort stellt man fest, dass der Virus in den kalten Regionen der Erde nicht überlebensfähig ist. Wissenschafter entwickeln in den nächsten Monaten einen Impfstoff.
Doch das Ende der Menschheit ist noch nicht vollbracht. Einige Militärs offenbaren der neuen Regierung, dass kurz vor der Evakuierung Washingtons ein automatisches weltweites nukleares Abwehrprogramm aktiviert worden ist. Gleichzeitig haben Geologen festgestellt, dass Washington durch tektonische Verschiebungen von Erdbeben bedroht ist. Diese Erdstöße könnten das Abwehrsystem auslösen, was eine Gegenreaktion der sowjetischen Seite und somit einen globalen Schlagabtausch mit Interkontinentalraketen zur Folge hätte. Dies könnte den Überlebenden in der Antarktis grundsätzlich egal sein, wenn nicht auch ihr Stützpunkt das Ziel eines sowjetischen Sprengkopfes wäre.
Ein U-Boot wird mit einigen Militärs und Wissenschaftlern ausgesandt, um in Washington den Abwehrmechanismus zu deaktivieren. Gleichzeitig soll die Wirksamkeit des Impfstoffes getestet werden. Als das U-Boot Washington erreicht, verlassen ein Wissenschaftler und ein Offizier das U-Boot und betreten die Bunkeranlage in der sich die Kontrolleinrichtungen des Abwehrsystems befinden. Sie werden dort von einem Erdstoß überrascht und der Offizier verstirbt an seinen Verletzungen. Als der überlebende Geologe das Schaltpult der Abwehranlage erreicht, muss er feststellen, dass die Sensoren den letzten Erdstoß als einen Atomschlag der Sowjets interpretiert hat und das globale nukleare Raketenprogramm bereits initiiert ist. Die sowjetische Gegenseite schießt ebenfalls automatisiert zurück. In dem sicheren und geschützten Atombunker verfolgt der Wissenschaftler die Vernichtung der bereits verseuchten Welt durch den nuklearen Schlagabtausch. Das U-Boot verdampft in dem atomaren Feuerball von Washington und die Antarktisstation wird zerstört. Nachdem sich das atomare Feuer gelichtet hat, verlässt der Wissenschaftler den Bunker und zieht als letzter Mensch durch die verseuchten und verstrahlten Weiten der USA. Er lebt, denn der Impfstoff wirkt, aber sonst sind alle Menschen tot. Der Overkill ist vollbracht.

Overkill oder Virus ist ein recht beeindruckender Film, wenn auch nicht alle Ereignisse logisch nachvollziehbar sind. So stürzt das Flugzeug zu Beginn in den verschneiten Alpen ab und brennt aus. Da der Virus kälteempfindlich ist, hätte er die dortigen Temperaturen nach seiner Freisetzung eigentlich nicht überleben dürfen. Die 100%ige Todesquote des Virus erscheint auch eher unwahrscheinlich und der automatisierte nukleare Schlagabtausch der durch ein Erdbeben ausgelöst wird, ist eher unlogisch. Warum sollte man einen solchen Mechanismus in einem Erdbebengefährdeten Gebiet aktivieren, wobei Washington nicht gefährdet ist.
Unabhängig dabon stellt Overkill/Virus den globalen Holocaust sehr interessant und dramatisch dar. Der Film ist für seine Zeit bereits sehr innovativ und ein Aufruf an die Supermächte die Entwicklung von Biokampfstoffen oder ihre unkontrollierte Verbreitung zu verhindern. Auch der Hinweis auf die Gefahren eines automatisierten Nuklearraketensystems ist deutlich zu erkennen.
Einen derart konsequenten Rundumschlag mit der Menschheit hat zuvor nur Nevil Shute mit seinem Roman und Film "On the Beach" aus den 1950er Jahren hinbekommen. Den Film Overkill/Virus stufe ich mit einigen kleinen Einschränkungen bedingungslos in die Kategorie Real-Endzeit ein. Jeder Endzeit-Fan der ihn bei Gelegenheit in der TV-Zeitung oder auf einer alten Videokassette findet, sollte ihn sich gönnen.